In diesem Artikel erklären wir Ihnen, wie Sie den Motor Ihrer Waschmaschine von A bis Z testen können. Der Test ist in 4 Schritte unterteilt:

 

Warum sollten Sie den Motor Ihrer Waschmaschine testen?

Der Motor Ihrer Waschmaschine besteht aus 3 Hauptbestandteilen: dem Stator, dem Rotor und dem Drehzahlmesser.

Der Stator ist der feststehende Teil des Motors (eine Spule), in dessen Innerem sich der Rotor, der bewegliche Teil des Motors, dreht. Durch die Drehung des Rotors im Stator entsteht ein Magnetfeld, welches die zentrale Achse und über den Antriebsriemen auch die Trommel der Waschmaschine zum Drehen bringt.

Der Drehzahlmesser ist wie ein kleiner Dynamo, der bei Drehung eine gewisse Spannung erzeugt, die es dem Motor ermöglicht, bei einer bestimmten Drehzahl zu laufen. Je schneller sich der Drehzahlmesser dreht, desto höher ist die von ihm erzeugte Spannung und desto schneller dreht sich auch der Motor. Der Drehzahlmesser erzeugt die Spannung, die Sie durch Wahl des Waschmaschinenprogramms festgelegt haben. Anders ausgedrückt teilt er der Platine mit, mit welcher Drehzahl der Motor Ihrer Waschmaschine läuft.

Gewisse Symptome können auf ein Problem mit dem Motor Ihrer Waschmaschine hindeuten. Sie sollten den Motor testen, wenn sie eines der folgenden Anzeichen beobachten:

  • Der Motor dreht nicht beim Waschen.
  • Der Motor dreht nicht richtig, das Anfahren beim Einschalten der Maschine ist erschwert.
  • Sie stellen ein ungewöhnliches Geräusch während dem Waschen fest.
  • Die Waschqualität lässt zu wünschen übrig, die Wäsche wird nicht sauber.

 

Schritte zum Testen eines Waschmaschinen-Motors

Ein vollständiger Waschmaschinenmotor-Test läuft in 2 großen Phasen ab: dem mechanischen Test und dem Test mit dem Messgerät.

·         Seiten- oder Rückplatte der Waschmaschine abmontieren

Um das Teil zu erreichen, dass Sie überprüfen möchten – nämlich den Motor – müssen müssen Sie die Seiten- oder Rückplatte Ihrer Waschmaschine abschrauben. Bevor Sie sich an den Abbau der Metallplatte machen, müssen Sie natürlich das Netzkabel der Waschmaschine aus der Steckdose ziehen. Dadurch vermeiden Sie das Risiko eines Stromschlags. Schützen Sie sich außerdem vor Verletzungen, indem Sie die Maschine immer mit Hilfe einer zweiten Person verrücken.

·         Mechanischen Test durchführen

Um den Funktionszustand des Motors Ihrer Waschmaschine zu testen, beginnen Sie mit einem mechanischen Test. Dieser besteht darin, den Motor ohne Hilfsgerät zu kontrollieren. Entfernen Sie zunächst den Riemen der Waschmaschine, ein geschmeidiges Band, welches die Trommel mit dem Motor verbindet, die Kraft überträgt und so für den Antrieb sorgt. Sobald der Riemen entfernt ist, drehen Sie von Hand die Motorscheibe, das Teil, mit dem der Riemen verbunden war. Wenn Ihr Motor zwei Motorkohlen besitzt und korrekt funktioniert, sollten Sie ein reibendes Geräusch hören. Bei einem defekten Motor ist dagegen beim Drehen der Scheibe kein Geräusch hörbar.

·         Motor aus der Waschmaschine ausbauen

Der mechanische Test hat Ihnen zwar bereits eine erste Antwort geben können; trotzdem lohnt es sich, den Motor vollständig und gründlich zu testen. Um Ihren Test fortzusetzen, müssen Sie den Motor aus der Maschine ausbauen.

Ziehen Sie zuerst die elektrischen Leitungen ab, die daran angeschlossen sind, und entfernen Sie dann die Befestigungsschraube(n), die den Motor an seinem Platz halten. Jetzt können Sie den Motor aus der Waschmaschine herausnehmen und auf einer ebenen Oberfläche ablegen.

·         Mit einem Messgerät testen

Sobald der Motor freigelegt ist, können Sie ihn mit einem Messgerät (Multimeter oder Ohmmeter) testen, indem Sie den Widerstand zwischen den Klemmen messen.

Platzieren Sie die Prüfspitzen des Messgeräts nach und nach jeweils auf 2 Klemmen. Die Klemmen des Drehzahlmessers müssen im Allgemeinen Messwerte zwischen 75 und 100 Ohm (Ω) ergeben.

Der Messwert zwischen den Anschlussklemmen des Rotors muss ungefähr zwischen 1,3 und 1,9 Ω liegen.

Wenn alle diese Messergebnisse korrekt waren, ist der Motor Ihrer Waschmaschine nicht beschädigt und funktioniert korrekt; anderenfalls müssen Sie dieses Teil ersetzen.

Achtung, die angegebenen Messwerte beziehen sich auf eine herkömmliche Waschmaschine mit Kohlen. Es gibt auch andere Motortypen, wie etwa Asynchronmotoren oder Dreiphasenmotoren. Diese Motoren können nicht mit dem oben beschriebenen Verfahren getestet werden.

 

Praktische Informationen

Einige Waschmaschinenmotoren sind auf beiden Seiten mit Kohlen ausgestattet, welche die elektrische Energie an den Rotor übertragen. Diese Kohlen müssen überprüft werden, denn manchmal sind sie die Ursache für Funktionsstörungen des Motors. Trennen Sie die Kohlen vom übrigen Teil und überprüfen Sie ihren Zustand: sie müssen über einen Zentimeter dick und abgeschrägt sein, sie dürfen nicht zerbrochen, verformt oder am Ende abgerundet sein. Wenn diese Kriterien nicht erfüllt sind, müssen Sie die Kohlen ersetzen.

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Glückwunsch, Sie haben einen vollständigen Waschmaschinenmotor-Test vorgenommen und sich die Kosten eines Technikers gespart. Jetzt wissen Sie, ob Ihr Motor defekt ist oder nicht, und können entsprechend handeln. Machen Sie es sich ab jetzt zur Gewohnheit, Ihre Haushaltsgeräte wenn möglich selbst zu reparieren oder zu warten.

Wie testet man den Motor einer Waschmaschine?
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